Maßnahmen zur Gewässerrestaurierung

Seen können je nach Nutzung verschiedenen Belastungen unterliegen. Diese Belastungen können im Laufe der Zeit den ökologischen Zustand eines Sees nachhaltig negativ beeinflussen. Um den ökologischen Zustand eines Sees zu verbessern, können verschiedene Maßnahmen ergriffen werden, die sich je nach Ziel sowie je nach Art in verschiedene Kategorien unterteilen lassen. Im Folgenden erhalten Sie einen kurzen Überblick über Maßnahmen zur Seentherapie. Details entnehmen Sie bitte der Fachliteratur.

Unter Rehabilitation von Seen fasst man diejenigen Maßnahmen zusammen, die den ursprünglichen Zustand eines Sees weitestgehend wieder herstellen. Während man unter der Sanierung von Seen die Minimierung bzw. Beseitigung primärer Quellen versteht, werden unter einer Restaurierung von Seen die Maßnahmen verstanden, die sekundäre Belastungsfaktoren verringern. Unter den primären Belastungsfaktoren versteht man dabei z.B. die Zufuhr belastender Stoffe von außerhalb des Sees, während die sekundären Belastungen durch im See selbst gebildete Stoffe hervorgerufen werden (M.Dokulil et.al: "Ökologie und Schutz von Seen")


Methoden zur Seenrestaurierung

Folgende Methoden zur Seenrestaurierung werden üblicherweise angewandt, wobei meistens eine Kombination mehrerer Methoden sinnvoll ist (Quellen: M. Dokulil et.al: "Ökologie und Schutz von Seen"; Steinberg at.al, "Limnologie für die Praxis").

 -  Reduktion der Nährstoffkonzentration im Freiwasser durch
    Nährstofffixierung / -inaktivierung durch Sedimentation / Fällung (chemisch) mit Fe- oder Al-Salzen oder mit Bentophos®
 -  Abbau von Sauerstoff-Defiziten im Tiefenwasser durch
      a) Tiefenwasserableitung (mechanisch)
      b) Tiefenwasserbelüftung (mechanisch)
      c) Destratifikation (mechanisch)
      d) Zwangszirkulation (mechanisch)
 -  Verhinderung der Nährstoff-Rücklösung aus dem Sediment durch
      a) Entschlammung (mechanisch)
      b) Sedimentbelüftung (mechanisch)
      c) Sedimentabdeckung (üblicherweise mechanisch, mit Hilfe von Bentophos® jedoch chemisch)
      d) Sedimentoxidation durch Nitrat (chemisch)
 -  Kontrolle übermäßigen Algen- und Makrophytenwachstums durch
      a) Beschattung (mechanisch)
      b) Entkrautung (mechanisch)
      c) Besatz mit pflanzenfressenden Fischen

Die vorliegende Liste ließe sich noch vervollständigen, gibt jedoch einen Überblick über die wichtigsten Techniken.


Minimierung primärer Belastungsfaktoren

Eine Seenrestaurierung macht vor allem dann Sinn, wenn schon primäre Belastungsfaktoren verringert worden sind. Die Fällung von Nährstoffen (Phosphat) hat erst dann eine nachhaltige Wirkung, wenn der Eintrag von Nährstoffen durch belastete Einträge (Zuflüsse, Abwasser, Oberflächeneintrag, Laub etc.) im Rahmen eines Einzugsgebiets-Managements verringert oder ganz unterbunden wurde. Eine erfolgreiche Restaurierung von Seen kann unter Umständen erst durch eine Kombination der oben genannten Verfahren erreicht werden. Dabei spielen neben ökologischen Kriterien immer auch ökonomische Aspekte eine Rolle. So kann Bentophos® grundsätzlich auch in Verbindung mit anderen beschriebenen Methoden eingesetzt werden. Ist besonders das Tiefenwasser eines Sees stark mit Phosphat belastet, kann eine Absaugung des Tiefenwassers vor einer Anwendung mit Bentophos® sinnvoll sein.

Die Festlegung von Restaurierungsmaßnahmen erfordert immer eine genaue Kenntnis des ökologischen Zustands und des Nährstoffhaushalts eines Sees, welcher in der Regel durch entsprechende biologische und chemische Untersuchungen ermittelt werden kann, sowie eine klar definierte Zielvorgabe bezüglich der erwarteten Effekte der Restaurierungsmaßnahmen.