Was ist Bentophos® ?

Bentophos® ist ein modifiziertes Bentonit (Tonmineral), welches mit Lanthan (genauer gesagt La3+-Ionen) angereichert ist. Bentophos® kann überall dort eingesetzt werden, wo der Algennährstoff Phosphat im Wasser gebunden werden muss, um Algenblüten zu verhindern.

Woher stammt Bentophos® ?
Bentophos® wurde Ende der 90er Jahre von der staatlichen australischen CSIRO (Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation) mit dem Ziel entwickelt, eine nachhaltige und ökologisch verträgliche Lösung für das auch in Australien stetig wachsende Problem mit dem massenhaften Auftreten von Algen in Seen und Flüssen zu finden. Nachdem die CSIRO die wissenschaftlichen Grundlagenarbeiten zu diesem Thema abgeschlossen hatte, wurde das unter dem Namen Phoslock® (in Deutschland: Bentophos®) eingetragene Produkt patentiert und zur weiteren Vermarktung und Anwendung an ein privates Unternehmen verkauft, nämlich an die Integrated Mineral Technologies, Ltd, Sydney (heute: Phoslock Water Solutions, Ltd., Sydney).



Wo sind schon Erfahrungen mit Bentophos® gemacht worden?

Mit Bentophos® (Markenname in Deutschland) bzw. Phoslock® (Markenname außerhalb Deutschlands) sind international bereits eine Vielzahl von Erfahrungen gemacht worden. Besonders in Australien, Neuseeland, Südafrika, Polen und China sind bereits Projekte an kleinen Gewässern wie auch an großen Seen durchgeführt worden. Bereits im Herbst 2006 haben die ersten beiden Anwendungen in Deutschland stattgefunden. Eine Übersicht über wichtige Projekte und Anwendungen finden Sie im Menu unter Fallstudien.

Was ist Lanthan?
Lanthan ist das chemische Element mit dem Symbol "La". Es hat die Ordnungszahl 57 und die Molmasse Mm=139 g/mol. Es  steht im Periodensystem der Elemente der Gruppe der Lanthaniden vor, gehört bezüglich seiner chemischen Eigenschaften aber eher zur Gruppe der seltenen Erden. Trotz des Ausdrucks "Metalle der seltenen Erden" kommen diese Elemente in der Natur relativ häufig vor - im Vergleich zu gewöhnlichen Elementen wie Magnesium jedoch selten. Lanthan kommt in den Oxidationsstufen 0 und +3 vor. Weitere Einzelheiten können verschiedenen Quellen aus dem Internet entnommen werden (z.B. Quelle)



Wie wird Bentophos® aufgebracht?

Bentophos® wird als Granulat ausgeliefert. Auch wenn technisch gesehen prinzipiell ein direktes Verstreuen auf den Wasserkörper möglich ist, ist eine derartige Aufbringung nicht optimal und daher nicht zu empfehlen. Das Bentophos®-Granulat wird im Normalfall in See- bzw. Teichwasser suspendiert und anschließend mit Hilfe einer Pumpe über eine Düse (von Land) oder über eine Sprühvorrichtung (vom Boot aus) flächen- bzw. tiefenproportional auf dem Wasserkörper aufgetragen. Einzelheiten finden Sie unter Technik.

Welchen Vorteil hat Bentophos® gegenüber anderen Fällungsreagenzien?
Bentophos® hat gegenüber anderen Mitteln zur Phosphatfällung mehrere entscheidende Vorteile:

- Resistenz gegenüber starken Schwankungen im pH- und Redox-Bereich
- hohe Effektivität sowohl in sauerstoffreichen als auch in anoxischen Wasserschichten
- keine Veränderung des pH-Werts und der Leitfähigkeit des Seewassers (keine anschließende Pufferung des Gewässers nötig)
- Wirksamkeit als Schicht auf dem Sediment, um auch rückgelöstes Phosphat binden zu können

Bentophos® ist daher ökologisch besonders verträglich. Die Phosphatbindung erfolgt nachhaltig denn selbst unter extremsten Bedingungen, die in einem See herrschen könnten gibt Bentophos® einmal gebundenes Phosphat nicht wieder ab. Mehr Informationen dazu unter Gewässerrestaurierung und Nachhaltigkeit.



Macht es Sinn, Bentophos® in Verbindung mit anderen Fällungsreagenzien anzuwenden?

Es kann durchaus sinnvoll sein, Bentophos® als Teil der Lösung eines Problems anzusehen und in Verbindung (jedoch zeitlich verschoben) mit anderen Mitteln zur Phosphat-Fällung anzuwenden, z.B. Polyaluminiumchlorid. Dieses ist im Einzelfall zu entscheiden. Grundsätzlich ist Bentophos® etwas teurer als andere Mittel zur Phosphatfällung und deshalb können ökonomische Gründe für eine Kombination von Bentophos® mit anderen Mitteln eine Rolle spielen. Dafür ist Bentophos® allerdings auch effektiver und ökologisch verträglicher.

Bleibt das Wasser nach der Anwendung trüb?
Die während einer Anwendung von Bentophos® durch die fein suspendierten Bentonit-Partikel hervorgerufene Ockerfärbung/-trübung des Wassers verschwindet je nach Tiefe des Sees und Sinkgeschwindigkeit innerhalb von einigen Stunden. Die bei normaler Anwendung ermittelten Sinkgeschwindigkeiten betragen ca. 1-2 m pro Stunde.